02 Mai

Hinweis auf das Problem alpha-Tocopherol gefunden

Kurzfassung: Der Mechanismus, warum alpha-Tocopherol viele Wirkungen der Tocotrienole blockiert scheint gefunden: beim Transport zum Zellkern und den Mitochondrien ist ein Transport-Protein nötig (aTTP). Dabei „drängelt“ sich das alpha-Tocopherol vor. Nur wenn die Tocotrienole > 75% aller Vitamin E Isomere ausmachen, ist der Transport in die Zelle gewährleistet.

Durch ein Gespräch mit einem deutschen Forscher, der sich mit Tocotrienolen schon 2003 beschäftig hat, bin ich auf eine Erklärung gestoßen, warum alpha-Tocopherol so kontraproduktiv wirkt.

Hintergrund: alpha-Tocopherol blockiert viele Wirkungen der Tocotrienole. Das wurde zunächst bei Cholesterinsenkungs-Test festgestellt (später auch bei Krebs). Und zwar gibt es eine Schwelle von ca 25% alpha-Tocopherol (zu 75% Tocotrienolen), über dem die Tocotrienol-Wirkung plötzlich drastisch nachlässt. Bei 33% alpha-Tocopherol sinkt die Wirkung der Tocotrienole bereits auf 17% der unsprünglichen Aktivität.

Warum?

Es gibt ein eigenes Transport-Protein, das bevorzugt alphaTocoherol (aT0) transportiert: TTP.  Bei viel aT0 in der Nahrung wird es mit aT0 gesättigt und werden keine andren Tocochromanole mehr transportiert. Das würde aber die Tocotrienole gar nicht stören, da sie sich ja auch sehr gut ohne TTP entlang der Zellmembranen bewegen. Warum also dann?

Quelle: Wikipedia https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Biological_cell_german.png

Bild: Aufbau einer Zelle (Wikipedia)

Der entscheidende Hinweis ist die Frage: wie kommt das Tocotrienol an die Zellmembranen IN der Zelle (Zellkern und Mitochondrien)?  Der Zellinhalt ist wässrig, da kommen sie nicht durch. Die Antwort ist: wieder ist es das TTP, das Tocopherole und Tocotrienole zu den inneren Zellmembranen transportiert. Wieder wird aT0 bevorzugt. So blockiert alpha-Tocopherol die Versorgung des Zellkerns mit Tocotrienolen. Erst, wenn die Tootroenole viel stärker als aT0 vertreten sind, gelangen sie an die inneren Zellmembranen. Und dort spielt sich die wichtigste Tocotrienol-Wirkung ab, durch Wirkung auf Trankriptionsfaktoren wie NF-kB. Bingo – Erklärung gefunden.

Was tun? Wenn Sie Tocotrienole einnehmen, achten Sie darauf möglichst kein zusätzliches alpha-Tocopherol einzunehmen (zusammen weniger als 25-28% der Tocochromanole).

In einem Artikel auf tricutis.de habe ich die Mengen berechnet. Es kommt heraus, dass bei Einnahme von 100 mg  Tocotrienolen aus Palmfrucht nur noch ca 7 mg alpha-Tocopherol hinzu gegessen werden kann. Das ist  z.B. schon in 1 TL Weizenkeimöl.  Auch in vielen Nahrungsergänzungsmitteln wird synthetisches alpha-Tocopherol bedenkenlos hinzugesetzt, nach dem „Motto viel hilft viel“ und „kann ja nicht schaden“. Kann es aber doch. Vor allem synthetisches aT0 kommt oft in zu grossen Mengen vor.

NEM mit Tocotrienolen sollten keinesfalls zusätzliches alpha-Tocopherol enthalten, sonst müssen Sie auf die köstlichen Tocotrienol-Vorteile verzichten. Ein Beispiel ist Kyani, das im Abend-Produkt „sunset“ wunderbare 100mg Tocotrienole aus Annatto enthält. Aber in „sunrise“ sind 50 mg synthetisches alpha-Tocopherol enthalten (33%). Das passt nicht gut zusammen.

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