25 Jul

Herzgesundheit: Tocotrienol 95-fach besser gegen Plaques

Ich habe in Dr.Kulinskis Artikel Zur „Gefährlichkeit“ von Mikronährstoffen (Seite 8) gefunden, dass delta-Tocotrienol 95-fach stärker an Endothelzellen anlagert als alpha-Tocopherol. Was hat es damit auf sich?

Endothelzellen (HAEC) sind die Innenauskleidung von Blutgefäßen. Der Mensch besitzt 4000 bis 7000 m2 davon. Bei Atherosklerose lagern sich dort die Plaques an, die 1. die Gefäße verengen und 2. sich lösen und dann Infarkte in Herz und Gehirn verursachen können.

Der menschliche Körper scheint gegen diesen Prozess gezielt delta-Tocotrienol einzusetzen, denn in den HAEC reichert sich dort d-T3 „25 bis 95 fach“ stärker an als alpha-Tocopherol. Das zeigte die folgende Studie von 2005 , die auch beobachtete dass die Tocotrienole eine „starke Wirkung gegen die Anlagerung von Monozyten an die Endothelzellen“ hatten. („a profound inhibitory effect on monocytic cell adherence to HAEC„).

Hier die Studie: Tocotrienols reduce 25-hydroxycholesterol-induced monocyte-endothelial cell interaction by inhibiting the surface expression of adhesion molecules.

Delta-Tocotrienol findet sich am stärksten vertreten in Annatto-Tocotrienolen (DMT3) mit einem Anteil auch in Palmen-Tocotrienolen.

Kurzfassung: Delta-Tocotrienol wirkt sehr gut gegen die Bildung von Plaques in Blutgefäßen und wird vom Organismus auch stark dort angereichert (soweit verfügbar).

06 Jul

Tocotrienole und Vitamin E IU

Mich erreichte die folgende Frage:

 Wir fragen uns, wie sich mg Tocotrienol in IU umrechnen lassen.  Oder ist die IU-Betrachtung unueblich fuer Tocotrienol?

Die „Internationalen Einheiten“ IE oder IU für Vitamin E sind veraltet und sollen nicht mehr verwendet werden. Aktuell sind im Moment die mg aTE (oder auf Deutsch aTÄ) – alpha-Tocopherol Äquivalente.  Sie unterscheiden sich aber nur um einen Faktor  (1 mg aTE = 1 mg RRR-α-Tocopherol = 1,49 IE). Die IE basierten auf dem synthetisch hergestellten alpha-Tocopherol-Acetat, und beschreiben die schlechtete Aktivität des synthetisch hergestellten Materials.

Die Äquivalente sind aber auch schon veraltet und in den USA schon durch „mg Vitamin E“ ersetzt, wobei alle Isomere gleich zählen (mit Maximalwert 1000 mg/Tag).

Die Äquivalente basieren auf einer Studie aus den 1970er Jahren, wo festgestellt wurde, dass alpha-Tocopherol vom körpereigenen Transportprotein TTP bevorzugt aufgenommen wird (100%). Gamma-Tocopherol und alpha-Tocotrienol werden nur zu ca 30% aufgenommen und die Tocotrienole mit noch geringerer Priorität (nach WHO-Zahlen ca 5%).

Tocotrienole benötigen das Transport-Protein aber gar nicht, sie breiten sich selbstständig entlang der Zellmembranen aus und werden nur beim Transport IN die Zellen vom alpha-Tocopherol verdrängt.

Die Angaben in IU oder auch in mg aTE sind also relativ wertlos, was in den USA mittlerweile berücksichtigt wurde.

Für Produkte mit Tocotrienolen ergibt sich aus den EU-Vorschriften, dass auch bei reichlicher Versorgung nur niedrige Werte als „offizielle“ %-NRV herauskommen, je nach dem Anteil von alpha-Tocopherol. Das ist im Prinzip vorteilhaft, da so wirkungsvolle Tocotrienol-Mittel bereitgestellt werden können ohne dass man gleich extrem hohe %-NRV Angaben machen muss.

Für die praktische Arbeit ist die antioxidative Aktivität an den Zellmembranen ausschlaggebend und da sind die Tocotrienole um Größenordnungen besser.
[40-60 times higher antioxidant activity“ PMID 1649783]

Tocotrienole haben auch einen Nachteil: sie werden recht schnell wieder ausgeschieden (Halbwertzeit um die 5 Stunden). Die langsamen Tocopherole sind die Speicherform des Vitamin E.

Kurzfassung: IE sind veraltet und sagen nichts über die antioxidative Aktivität von Vitamin E aus. Wegen der mit alphaTocopherol auftretenden Probleme gilt: besser Finger weg von Nahrungsergänzungsmitteln die mehr „IE“ als etwa 30 enthalten.

20 Jun

Studie findet optimale Tocotrienol-Dosierung zur Verbesserung der Blutfette

Eine  im British Journal of Medicine and Medical Research veröffentlichts Studie untersuchte 2014 die Wirkung von verschiedenen Dosierungen von Tocotrienolen auf 31 Menschen mit Hypercholesterinämie.

Ergebnis: Die Behandlung mit delta-Tocotrienol bei Einhaltung der Herz-Diät der AHA bewirkte dosisabhängig Reduzierungen der Lipid-Parameter Gesamt-Cholesterin (-15%), LDL (-18%), Triglyceride (-14%) mit einer maximalen Wirkung bei 250 mg/d (p < 0.001) [nach 4 Wochen].  Die mit Herzerkrankungen zusammenhängen Zytokine (Plasma-TNF-alfa, IL-2, IL-4, IL-6, IL-8, IL-10) wurden alle um 39% bis 64% gesenkt (p <0.001).

Verwendet wurden Dosierungen von 125, 250, 500 und 750 mg delta-Tocopherol pro Tag. Die erste Stufe (nur AHA-Diät) brachte eine LDL-Reduktion um 3%.
Die 250 mg Tocotrienole  aus Annatto (Deltagold) entsprechen etwa 17 Tropfen Tricutis DMT3.

[Dose-dependent Modulation of Lipid Parameters, Cytokines and RNA by δ-tocotrienol in Hypercholesterolemic Subjects Restricted to AHA Step-1 Diet][Volltext]

20 Jun

Cholesterin und Tocotrienole

Kurzfassung: Tocotrienole können gleichzeitig Cholesterin senken und die Blutgerinnung herabsetzen

Herzinfarkt un Schlaganfall  sind In Deutschland (und in allen „westlichen“ Ländern) die Hauptursachen für Todesfälle – mehr sogar noch als Krebs.  Und es sind schon viele relativ junge Menschen betroffen. Die Ursache sind meist Blutgerinsel (Thromben), die die Blutversorgung von lebenswichtigen Organen abschneiden. Das führt schnell zum Absterben der nicht mehr durchbluteten Bereiche, was im Herz und im Gehirn entsprechend schwerwiegende Folgen hat.

Um die Ursachen zu bekämpfen muss man die Ursachen für die Blutgerinsel und die Engstellen in der Arterien bekämpfen. Die Engstellen entstehen durch Ablagerungen in den Arterien und die bestehen zum großen Teil aus Cholesterin. Also versucht man den Cholesteringehalt des Blutes herabzusetzen, durch Diät und durch Medikamente. So wurde jahrzehntelang der Verzicht auf cholesterinhaltige Lebensmittel propagiert, beispielsweise Butter und Ei. Allerdings kommen nur etwa 20% des Cholesterins aus der Nahrung, den Rest stellt der Körper selbst her. Wir man die Blutfette durch Diät am besten beeinflusst benötigt einen eigenen artikel (in Kürze).

Als Medikamente massenhaft eingesetzt werden Statine. Sie senken tatsächlich den Cholesterinspiegel und verringern tatsächlich das Risiko von Infarkten. Allerdings haben sie massive und häufige Nebenwirkungen. Und sie erhöhen das Risiko an Krebs zu erkranken, so dass unter dem Strich gar keine lebensverlängernde Wirkung durch Statine besteht. Es muss einen besseren Weg geben.

Wieder sind es die Tocotrienole (mehrfach ungesättigtes Vitamin E), die den Cholesterinspiegel senken, und zwar durch direkten Einfluss auf das Enzym, das sie herstellt, die HMG-CoA-Reduktase.  Schon 1991 ergab eine Studie (doppeltblind, crossover ,n=30) mit nur 200 mg Palm-TRF/d innerhalb von 4 Wochen an Menschen signifikante Verbesserungen bei den Blutwerten Cholesterin (-15%), LDL Cholesterin (-8%), Apo B (-10%), Thromboxane (-25%), platelet factor 4 (-16%). [PMID 2012010, viele weitere].

Ich habe das selber ausprobiert. Zufällig war 10 Tage nach einem Bluttest ein weiterer fällig. In der Zwischenzeit ass ich – so etwa – 200 mg TRF (Tocomin).  Und siehe da, nach den 10 Tagen war mein Gesamt-Cholesterin um 30 Punkte gefallen. Es funktioniert.

200 mg Tocomin, das sind 84 mg Tocotrienole mit 21 mg alpha-Tocopherol, das ist eigentlich keine grosse Menge (241% NRV). Die Richtlinien der EFSA und DGE lassen sogar 2500% NRV zu, das zehnfache.

In der Zwischenzeit gibt es sogar eine Studie, die eine optimale Dosis herausgefunden hat:  250 mg Tocotrienole, also etwa doppelt so viel wie in meinem kleinen  persönlichen Experiment. [Dose-dependent Modulation of Lipid Parameters, Cytokines and RNA by δ-tocotrienol in Hypercholesterolemic Subjects Restricted to AHA Step-1 Diet]

Warum gibt es das nicht als Medikament?

Tocotrienole sind Vitamine, die in der Natur vorkommen und nicht patentiert werden können. Für die Entwicklung von Medikamenten sind in unserem Medizinsystem die Pharmafirmen zuständig. Die haben aber kein Interesse die teueren Prozeduren der Medikamentenzulassung für eine nicht patentierbare Substanz aufzuwenden. Im Gegenteil bedrohen natürliche Alternativen die Milliardenumsätze mit den Statinen. Medikamente mit Tocotrienolen sind nicht zu erwarten.

Warum funktioniert es „manchmal“ nicht?

Es gibt schon eine Vielzahl von Studien, die die Cholesterinsenkung durch Tocotrienole nachweisen. Auch darin kommen gelegentlich Einzelpersonen vor, bei denen die Cholesterinsenkung nicht funktionierte. Inzwischen ist klar warum: das waren Personen, die schon „Vitamin E“ eingenommen haben – in Form von alpha-Tocopherol.  Alpha-Tocopherol, das ist die Form von Vitamin E, die „überall“ drin ist, nach wie vor oft als „das beste“ angesehen wird und oft in hoher Dosis (400 IU) eingenommen wird.
Alpha-Tocopherol erhöht aber den Cholesterinspiegel und zerstört die cholesterinsenkende Wirkung von Tocotrienolen, wenn es über ca 30% des Gesamt-Vitamin E ausmacht.

Das bedeutet, wenn Sie 250 mg Tocotrienole aus Palmen einnehmen (22-24% alpha-Tocopherol)  dürfte man nur noch ca 8 weitere Prozent alpha-Tocopherol einnehmen – 20 mg. Das ist schon in vielen Multivitaminpräparaten drin. Wenn Sie Cholesterinsenkung durch Tocotrienole anstreben sollten Sie alles „andere“ Vitamin E meiden. Einige der Kapseln auf dem Markt enthalten schon ungünstigere Zusammensetzungen mit hohen Prozentanteilen von beispielsweise 28% alpha-Tocopherol – damit kann man keinen Einfluss auf die Blutfette erwarten.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen wären eigentlich durch 250 mg Tocotrienol zu erwarten?

  1. Herabsetzung der Blutgerinnung. Das ist genau das was gegen die Entstehung der Thromben wirkt und was in der Medikamentenmedizin durch zusätzliche Gerinnungshemmer bewirkt werden soll. Tocotrienole verbessern die Blutflüssigkeit. Daraus leitet sich auch die einzige Gegenanzeige ab: die Blutungszeit wird verlängert. Bei Operationen oder bei verstecktem Blutverlust durch Darmkrebs oder Collitis Ulcerosa vergrößert sich der Blutverlust. Tocotrienole dürfen bei Blutungsstörungen nicht eingesetzt werden und sollen vor Operationen abgesetzt werden.
  2. Die Oxidation der Plaques wird durch den verbesserten Antioxidativen Status herabgesetzt. Oxidation des Colesterin in den Plaques und Entzündung derselben sind wesentliche Gründe für das Voranschreiten von Plaques. Tocotrienole sind   exzellentes Antioxidantien und wirken entzündungshemmend.
    Eine Einzelstudie (n=50,placebokontrolliert,12 Monate) mit 200 mg TRF/d zeigte  sogar die Rückbildung von bereits bestehenden Verengungen der Halsschlagader (Karotistenose). Bei 92% der Testpersonen wurde darauf ein verbesserter Blutfluss ins Gehirn gemessen. [PMID 7776501]
  3. Senkung des Blutzuckerspiegels, Beispiel – 12%. Die Insulinresistenz (= Diabetes Typ II) wird verringert.
  4. Eine Reihe von weiteren positiven Wirkungen der Tocotrienole, beispielsweise auf Gehirn, Knochen, Nerven, Haut, Entzündungen aller Art.

 

 

 

05 Jun

Blutdruck: Mehr Kalium wichtiger als weniger Natrium (Salz) – oder Beta-Blocker

Eine der wichtigsten Risikofaktoren im Herz/Kreislaufgeschahen ist hoher Blutdruck. Viele Menschen fallen dem hohen Blutdruck zum Opfer. Wie aber kann man am besten gegen hohen Blutdruck wirken?

Es gibt eine Standard-Medikation: Beta-Blocker. Mit etwa 2 Milliarden Tagesdosen pro Jahr in D sind sie eines der meistverwendeten Medikamente. Sie blockieren die Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin, mit entsprechend vielen und starken Nebenwirkungen, von Asthma über Depressionen und Erektionsstörungen bis hin zur Schuppenflechte.

Gibt es keine natürlichere Hilfe? Offensichtlich ist es das Salz, das den Blutdruck am schnellsten und nachhaltigsten nach oben treibt. Aber der Haken ist: eine Verringerung des Salzkonsums scheitert an der der mangelnden Compliance – man macht es einfach nicht. Es ist „überall“ drin, ist geschmacksverstärkend, wirkt anregend. Eigentlich hat Salz einiges von einem Suchtmittel mit Gewöhnungseffekt.

Die gute Nachricht ging von kurzem nochmal durch die Wissenschafts-Presse: Wichtiger als die Reduzierung von Kochsalz (Natrium-Chlorid) ist ein gutes Verhältnis zum Kalium. Eine große Studie[1] zeigte, dass viel Natrium (normales Salz) das Todesfallrisiko um 20% steigerte, während viel Kalium (potassium) das Todesfallrisiko gegenüber dem Durchschnitt um 20% senkte. Es wäre sinnvoll lieber etwas mehr Kalium im Essen zu haben anstatt bei der Reduzierung des Natriums nicht weiterzukommen.

Also etwas mehr Kalium essen – wo ist das drin? Die Presse [2][3] empfiehlt die besten Quellen in Gemüse und Obst wie Avocado, Spinat, Möhren, Beeren, Kartoffeln, Steinobst und Banane, sowie Hülsenfrüchte.  Ich meine: viel Gemüse zu essen ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll, auch bei der Versorgung mit Spurenelementen (Mineralien), Vitaminen und bei der Säuren/Basen-Last.

Aber reicht das? Um auf Numer sicher zu gehen, könnte man auch einfach etwas Kalium-Salz (anstelle von Natrium-Salz) verwenden. Es gibt Gemische mit sogar 50% Kalium zum 50% Natrium-Salz am Markt, die schnell und sicher mit Kalium versorgen. Beispielsweise Naresa. Kalium-Salz ist nicht ganz so „salzig“ wie Natrium-Salz, dafür kann man aber eher etwas mehr von Kalium-Salz verwenden als weniger. Das ist aus der Studie und den Artikeln dazu zu lernen.

Naresa in den Salzstreuer.

Gegenanzeigen? Schlechte Nierenfunktion, denn sowohl Na als auch K müssen durch die Niere ausgeschieden werden. Mit mehr Kalium kann man den Blutdruck zwar nach unten bringen, das soll aber kein Freibrief sein, die übersalzenen Nahrungsmittel unserer Tage bedenkenlos zu konsumieren.

Hier noch ein paar Informationen am Rande

  • Das für Herz und Kreislauf in mehrfacher Hinsicht exzellente Tocotrienol (gegen Cholesterinbildung, Plaquebildung, für bessere Blutfette, gegen Plaque-Entzündung) hat auf den Blutdruck eher geringe senkende Auswirkung.
  • Von omega-3 Fettsäuren (Leinöl) könnte man erwarten, dass sie durch die verbesserte Fluidität (Durchlässigkeit) der feinsten Blutgefäße den Blutdruck langfristig senken können. Dazu müssten vor Allem die gesättigten Fettsäuren (Milchfett, Schlachtfett) verringert werden im Verhältnis zu den möglichst hoch ungesättigten Pflanzenfetten (Leinöl, Hanföl, Nussöle).
  • Vitamin D3 scheint eine Schlüsselrolle zu spielen. Ich bekam Nachricht, dass alleine Vitamin D3 (mit K2) den Blutdruck in einem Einzelfall normalisieren konnte.

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[1] Sodium and potassium intake and mortality among US adults: prospective data from the Third National Health and Nutrition Examination Survey.

[2] https://www.food-monitor.de/2011/07/bluthochdruck-statt-salzreduktion-lieber-eine-kartoffel-mehr/

[3] http://www.biomedizin-blog.de/de/mehr-kalium-einnehmen-anstatt-salz-zu-reduzieren–so-wird-der-bluthochdruck-niedriger-wp261-188.html

 

15 Mai

Oxyvenierung Kongress 2017

Ich war auf dem Kongress der Gesellschaft für Oxyvenierung 2017 in Kassel und durfte dort mein Arbeitsgebiet Tocotrienole vorstellen.  Unter der Leitung von Dr. med Dirk Wiechert wurde auf dem Kongress nicht nur die Oxyvenierung besprochen, sondern durch eine hochkarätig bestückte Liste von Referenten auch weitere interessante Themen ausgearbeitet.

Darunter Phospholipidcholine (PPC) , die mit ihrem positiven Einfluss auf die Zellmembranen viele tolle Einsatzgebiete haben, insbesondere für die Gesundheit der Leber.  Ebenso das Spurenelement Bor, das bisher wohl nicht auf dem Radar vieler Gesundheitsprofis war, obwohl es möglicherweise essentiell ist und vielerlei positive Einflüsse auf  dem Gebiet Entzündung, Knochenstoffwechsel und Gehirnfunktion hat. Gute Quellen von Bor in der Nahrung sind Nüsse (Mandeln) und Avocados, empfohlen werden 3mg/Tag.

Bei der Oxyvenierung handelt es sich um ein Verfahren bei dem reiner Sauerstoff (nicht zu verwechseln mit Sauerstoff-Radikalen) in geringen Mengen über moderne Apparaturen in feinsten Bläschen in die Blutbahn geleitet wird (intravenöse Sauerstoffinsufflationstherapie).  Es sind damit erstaunliche Wirkungen erzielbar, die unter anderem auf dem Gebiet  der Autoimmunkrankheiten liegen. Das genaue Wirkprinzip dieses Reizes in der Blutbahn scheint noch nicht festzustehen, könnte aber auch  über die Eosinophilen Granulozyten und Interleukin (IL-) 33 vermittelt werden. Ich persönlich fand die auch in Fallbeispielen vorgestelltenpositiven Effekte bei MS (Multiple Sklerose) besonders interessant.

Von Dr. Wiechert sind übrigens  eine Reihe von sehr interessanten und anschaulich präsentierten Vorträgen auf youtube frei verfügbar, die ich an dieser Stelle unbedingt empfehlen möchte:

Über das Spurenelement Zink (27 Min)

Über Entzündungen (57 min)

Über Fettsäuren (72 min)

.. um nur einige der neuesten und interessantesten hervorzuheben.

09 Mai

Tocotrienole gegen Alzheimer

Die Alzheimersche Krankheit ist die häufigste Ursache von Demenz. Das wichtigste Kennzeichen ist dabei die Anhäufung von amyloid-β-Plaques  um Gehirnzellen, die deren Funktion beeinträchtigen und zu Neurodegeneration führen.

Jetzt hat eine Studie an Mäusen die Wirkung von TRF (Tocotrienol-Gemisch aus Palmfrucht) auf die Entstehung der Plaques und deren Gehirnleistung untersucht [Tocotrienol-Rich Fraction Modulates Amyloid Pathology and Improves Cognitive Function in AβPP/PS1 Mice, J.Alzheimers Dis. 2017, pmid 27716672]

Das Ergebnis dieser Studie: Die TRF reduzierten die Entstehung der amyloid-Plaquen und verbesserten die Gehirnleistung, und legen nahe, dass TRF ein mögliches therapeutisches Mittel gegen die Alzheimersche Krankheit sind.

(Im Original: The present result indicates that TRF reduced amyloid pathology and improved cognitive functions, and suggests that TRF is a potential therapeutic agent for AD.)

Eine frühere Studie [pmid 27801864] hatte die bessere Funktion von a-Tocotrienol im Vergleich zu a-Tocopherol in vitro bestätigt, aber festgestellt, dass Aβ (der Ausgangsstoff für die Plaques) vermehrt hergestellt würde.
Dies wurde nun bei echten Tieren nicht bestätigt, die Aβ-Produktion bei den Mäusen blieb gleich, die Produktion der Plaques wurde aber reduziert .

Weitere Studien zum Thema Alzheimer stellen fest, dass Tocotrienole relativ schnell aus dem Blut verschwinden, also regelmäßig eingenommen werden sollen (mein Vorschlag: wenigstens 2 mal täglich).

Eine weitere Stimme -Pmid 27133418: Tocotrienol-enthaltende Pflanzen, Tocotrienol-Auszüge und Formulierungen mit verbesserter Bioverfügbarkeit können einen neuen Ansatz bei Verhütung und Behandlung von Alzheimer darstellen. (Original: Tocotrienol-containing plant foods and tocotrienol derivatives and formulations with enhanced bioavailability may offer a novel approach in AD prevention and treatment.)

08 Mai

Gefahr durch Protonenpumpenhemmer (Magen-Säurehemmer)

In der Sendung Odysso vom 4.5.2017  wurden auch Protonenpumpenhemmer thematisiert (Link zu diesem Teil, 5:27 Min). Diese Magensäurehemmer werden gegen Sodbrennen und Reflux eingesetzt und sind mit 26 Mrd US$ eins der umsatzstärksten Medikamente weltweit.  Die Nebenwirkungen umfassen Verdauungsstörungen, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Hautveränderungen, veränderte Leberwerte, vermehrte Lungenentzündungen, Frakturen, Nierenerkrankungen und, wie das Ärzteblatt   (Feb.2016) mitteilt,   Demenz.  Unter den Handelsnamen Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol sind sie in Deutschland auch rezeptfrei erhältlich.

Sodbrennen ist schmerzhaft aber rechtfertigt das die Einnahme eines Medikaments mit so ernsten Nebenwirkungen? Kurzfristig kann einfaches Natron die Magensäure neutralisieren, aber dauerhaft, gibt es da keinen natürlichen Weg?

Ja, es sind wieder die Tocotrienole. Tocotrienol-Vitamin E (nicht aber alpha-Tocopherol) kann die natürliche Regelung der Magensäure positiv (senkend) beeinflussen.

Das stellt eine Studie aus dem Jahr 2005 (PMID 16326642) fest (den entsprechenden Text auf Tocotrienol.de finden Sie hier.).

Ich bin auf diese Studie erst gekommen nachdem in der Bekanntschaft Leinöl mit Tocotrienol einen solchen Reizmagen abhelfen konnte. In der Zwischenzeit konnten schon massivere Magenprobleme mit Tocotrienol (DMT3) erfolgreich behoben werden.

Ich denke, bevor man zu einem potentiell gefährlichen Medikament greift, sollte man es zunächst mit einem natürlichen Vitamin versuchen.

02 Mai

Natürliche Tocotrienol-Quellen

Ich habe eine Webseite gemacht, die verschiedene natürliche Quellen von Vitamin E sortiert anzeigt, mit allen Isomeren.

tocotrienol.de/t3s.php

Durch die Eingabefelder (und Klick auf die Überschriften) kann die Anzeige nach der Spalte sortiert werden.

Gemäß einer Studie aus Ägypten stellt sich Schwarzkümmelöl als bislang beste Quelle dar. Dieser hohe Wert konnte in einer Kontrolluntersuchung aber nicht bestätigt werden.  Hier scheint es hohe Erntebedigte Schwankungen zu geben.

Die Daten sind aus verschiedenen Quellen zusammengestellt, Neuzugänge werden in der Kommentarspalte gekennzeichnet.

Folgende Spalten stehen zur Verfügung:

aT1 : alpha-Tocomonoenol
aTP : alpha-Tocopherol
bTP : beta-Tocopherol
gTP : gamma-Tocopherol
dTP : delta-Tocopherol
aT3 : alpha-Tocotrienol
bT3 : beta-Tocotrienol
gT3 : gamma-Tocotrienol
dT3 : delta-Tocotrienol
P-8 : Plastochromanol-8
T3 : Summe Tocotrienole
dmT3 : Summe desmethyl-Tocotrienole
%aTP : Prozentanteil alpha-Tocopherol an Gesamtsumme Vitamin E

02 Mai

Hinweis auf das Problem alpha-Tocopherol gefunden

Durch ein Gespräch mit einem deutschen Forscher, der sich mit Tocotrienolen schon 2003 beschäftig hat, bin ich auf eine Erklärung gestoßen, warum alpha-Tocopherol so kontraproduktiv wirkt.

Hintergrund: alpha-Tocopherol blockiert viele Wirkungen der Tocotrienole. Das wurde zunächst bei Cholesterinsenkungs-Test festgestellt (später auch bei Krebs). Und zwar gibt es eine Schwelle von ca 25% alpha-Tocopherol (zu 75% Tocotrienolen), über dem die Tocotrienol-Wirkung plötzlich drastisch nachlässt. Bei 33% alpha-Tocopherol sinkt die Wirkung der Tocotrienole bereits auf 17% der unsprünglichen Aktivität.

Warum?

Es gibt ein eigenes Transport-Protein, das bevorzugt alphaTocoherol (aT0) transportiert: TTP.  Bei viel aT0 in der Nahrung wird es mit aT0 gesättigt und werden keine andren Tocochromanole mehr transportiert. Das würde aber die Tocotrienole gar nicht stören, da sie sich ja auch sehr gut ohne TTP entlang der Zellmembranen bewegen. Warum also dann?

Quelle: Wikipedia https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Biological_cell_german.png

Bild: Aufbau einer Zelle (Wikipedia)

Der entscheidende Hinweis ist die Frage: wie kommt das Tocotrienol an die Zellmembranen IN der Zelle (Zellkern und Mitochondrien)?  Der Zellinhalt ist wässrig, da kommen sie nicht durch. Die Antwort ist: wieder ist es das TTP, das Tocopherole und Tocotrienole zu den inneren Zellmembranen transportiert. Wieder wird aT0 bevorzugt. So blockiert alpha-Tocopherol die Versorgung des Zellkerns mit Tocotrienolen. Erst, wenn die Tootroenole viel stärker als aT0 vertreten sind, gelangen sie an die inneren Zellmembranen. Und dort spielt sich die wichtigste Tocotrienol-Wirkung ab, durch Wirkung auf Trankriptionsfaktoren wie NF-kB. Bingo – Erklärung gefunden.

Was tun? Wenn Sie Tocotrienole einnehmen, achten Sie darauf möglichst kein zusätzliches alpha-Tocopherol einzunehmen (zusammen weniger als 25-28% der Tocochromanole).

In einem Artikel auf tricutis.de habe ich die Mengen berechnet. Es kommt heraus, dass bei Einnahme von 100 mg  Tocotrienolen aus Palmfrucht nur noch ca 7 mg alpha-Tocopherol hinzu gegessen werden kann. Das ist  z.B. schon in 1 TL Weizenkeimöl.  Auch in vielen Nahrungsergänzungsmitteln wird synthetisches alpha-Tocopherol bedenkenlos hinzugesetzt, nach dem „Motto viel hilft viel“ und „kann ja nicht schaden“. Kann es aber doch. Vor allem synthetisches aT0 kommt oft in zu grossen Mengen vor.

NEM mit Tocotrienolen sollten keinesfalls zusätzliches alpha-Tocopherol enthalten, sonst müssen Sie auf die köstlichen Tocotrienol-Vorteile verzichten. Ein Beispiel ist Kyani, das im Abend-Produkt „sunset“ wunderbare 100mg Tocotrienole aus Annatto enthält. Aber in „sunrise“ sind 50 mg synthetisches alpha-Tocopherol enthalten (33%). Das passt nicht gut zusammen.